Der Mensch liebt Sicherheit. Ohne Routinen würde unser Alltag kaum funktionieren: Familie, Beruf, Termine, Haushalt – alles braucht Struktur. Routinen helfen, den Überblick zu behalten und nicht ständig neu entscheiden zu müssen.
Und doch gibt es Momente, in denen wir merken: Wo ist der Tag hin? Habe ich mich heute überhaupt wahrgenommen – oder die Person, die mir gerade gegenübersitzt? Der Einkauf findet immer montags statt – obwohl der Arbeitstag ohnehin schon voll ist. Das Jour fixe ist dienstags, direkt vor der Visite – obwohl noch viel vorzubereiten wäre.
Der Anruf bei der Freundin ist sonntags fest eingeplant – obwohl eine Badewanne jetzt eigentlich gut tun würde. Und Zähneputzen passiert erst spät am Abend – wie immer. So war es schon immer. Und vermutlich wird es nächste Woche wieder so sein. Doch Sicherheit bedeutet nicht automatisch, dass sie guttut.
Manchmal braucht es keinen großen Umbruch. Oft reicht es, an einem kleinen Rad zu drehen:
- eine halbe Stunde später essen
- einen Termin verschieben
- den Anruf einfach auf Freitag legen
- Zähne vor dem Lieblingsbuch oder -film putzen
Dazu braucht es nur eines: bewusstes Hinschauen – im Arbeitsalltag genauso wie im Privatleben.
Gelb unterstrichen:
Freiraum entsteht genau dort, wo wir Routinen nicht abschaffen, sondern bewusst hinterfragen.
Mini-Impuls zum Mitnehmen:
- Welche Routine könnten Sie heute bewusst anpassen, um Luft und Freiraum zu schaffen?